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Das Glöcklein

Description:  Poem by Conrad Ferdinand Meyer
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deutsch
  
ISBN: 3423123974   ISBN: 3423123974   ISBN: 3423123974   ISBN: 3423123974 
 
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Das Glöcklein


Er steht an ihrem Pfühl in herber Qual,
Den jungen Busen muss er keuchen sehn
Er ist ein Arzt. Er weiss, sein traut Gemahl
Erblasst, sobald die Morgenschauer wehn.

Sie hat geschlummert: Lieber, du bei mir?
Mir träumte, dass ich auf der Alpe war.
Wie schön mir träumte, das erzähl ich dir
Du schickst mich wieder hin das nächste Jahr!

Dort vor dem Dorf - du weisst den moosgen Stein
Sass ich, umhallt von lauter Herdgetön,
An mir vorüber zogen mit Schalmein
Die Herden nieder von den Sommerhöhn.

Die Herden kehren alle heut nach Haus
Das ist die letzte wohl? Nein, eine noch:
Noch ein Geläut klingt an und eins klingt aus!
Das endet nicht! Da kam das letzte doch!

Mich überflutete das Abendrot,
Die Matten dunkelten so grün und rein,
Die Firne brannten aus und waren tot
Darüber glomm ein leiser Sternenschein

Da horch! ein Glöcklein läutet in der Schlucht,
Verirrt, verspätet, wanderts ohne Ruh,
Ein armes Glöcklein, das die Herde sucht
Aufwacht ich dann und bei mir warest du!

O, bring mich wieder auf die lieben Höhn
Sie haben, sagst du, mich gesund gemacht ...
Dort war es schön! Dort war es wunderschön!
Das Glöcklein! Wieder! Hörst du's? Gute Nacht.

  
Deutsche Lyrik vom Barock bis zur Gegenwart
von Gerhard Hay,
Sibylle von Steinsdorff
Siehe auch:
Einführung in die Gedichtanalyse
Deutsche Lyrik: Eine Anthologie (suhrkamp tas...
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